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Planung & Zusammenarbeit

Website-Briefing erstellen: Was Unternehmen vor dem Erstgespräch klären sollten

Ein Website-Briefing ohne Fachjargon: Ziele, Zielgruppen, Funktionen, Budget und Zuständigkeiten klären – mit Beispiel und Checkliste fürs Erstgespräch.

Von Steve BrzezinskiAktualisiert am 12. Oktober 20268 Min. Lesedauer

01 · Die kurze Antwort

Du brauchst einen klaren Ausgangspunkt, keinen fertigen Bauplan.

Du möchtest eine Website beauftragen, weißt aber noch nicht, welche Technik, Seiten oder Funktionen du brauchst? Genau dafür ist ein Briefing da: Es bringt dein Vorhaben so auf den Punkt, dass ein Dienstleister sinnvolle Rückfragen stellen und den Umfang einschätzen kann. Ein kurzes Dokument mit klaren Stichpunkten ist dafür häufig hilfreicher als eine lange Sammlung widersprüchlicher Wünsche.

Beschreibe zuerst, was für dein Unternehmen und seine Kunden besser werden soll. Eine Website kann ein Angebot erklären, passende Anfragen ermöglichen oder bestehende Abläufe unterstützen. Formuliere nicht nur „moderner werden“, sondern zum Beispiel: Interessenten sollen erkennen, welche Arbeiten wir übernehmen und welche Informationen wir für eine Anfrage benötigen.

Ein Briefing ist zunächst eine Gesprächsgrundlage. Erst wenn Leistungen, Mitwirkung, Termine und Abnahme gemeinsam festgelegt sind, wird daraus ein verbindlich vereinbarter Umfang. Welche Dokumente dafür maßgeblich sind, gehört in das konkrete Angebot und die Beauftragung.

02 · Richtung

Lege ein Hauptziel fest und beschreibe die passende Anfrage.

Wer soll die Website nutzen und in welcher Situation? „Alle Kunden“ hilft wenig bei der Entscheidung, welche Informationen zuerst sichtbar sein müssen. Beschreibe lieber einen konkreten Bedarf: Hausbesitzer suchen Unterstützung für eine Sanierung oder ein kleines Unternehmen möchte einen wiederkehrenden Verwaltungsablauf vereinfachen.

Danach folgt die wichtigste Handlung: anrufen, eine Projektanfrage stellen, einen Termin buchen oder Informationen für ein späteres Gespräch sammeln. Definiere auch, wann eine Anfrage gut zu dir passt. Dazu können Art des Auftrags, Region, Voraussetzungen oder Größenordnung gehören. So wird das Ziel verständlich, ohne eine spätere Zahl an Aufträgen zu versprechen.

Wenn bereits Daten vorliegen, nimm sie als Ausgangspunkt mit: typische Kundenfragen, häufige Missverständnisse oder wiederkehrende Probleme mit der bisherigen Website. Fehlen solche Informationen, kennzeichne deine Einschätzung als Annahme. Ein erfundenes Umsatzziel oder eine beliebige Besucherzahl macht die Planung nicht genauer.

Prüfliste

  • Wer soll sich angesprochen fühlen?
  • In welcher Situation wird unser Angebot gesucht?
  • Welche Handlung soll die Website erleichtern?
  • Was macht eine Anfrage passend oder unpassend?
  • Woran würden wir nach dem Start erkennen, dass die Website ihren Zweck erfüllt?

03 · Umfang

Beschreibe Aufgaben, bevor du Funktionen bestellst.

Ein Kontaktformular ist eine Oberfläche. Die eigentliche Aufgabe kann lauten: Interessenten sollen ihr Vorhaben mit wenigen Angaben beschreiben können, und die Anfrage muss bei der zuständigen Person ankommen. Aus dieser Aufgabe ergeben sich Fragen zu Pflichtfeldern, Zustellung, Bestätigung und Spam-Schutz. Das ist konkreter als „Formular wie bei Website X“.

Teile Anforderungen in drei Gruppen: zum Start nötig, später sinnvoll und noch zu prüfen. Ein Kundenkonto kann beispielsweise später nützlich sein, während eine erreichbare Kontaktstrecke sofort erforderlich ist. Eine solche Priorisierung ist keine Garantie für geringere Kosten, macht aber deutlich, wo ein erster sinnvoller Umfang endet.

Nenne vorhandene Systeme, die beteiligt sind: Terminverwaltung, Warenwirtschaft, E-Mail, Zahlungsanbieter oder Newsletter. Beschreibe, welche Informationen zwischen ihnen fließen sollen. Ob eine Schnittstelle verfügbar ist und welche Zugänge oder Gebühren dafür nötig sind, muss vor einer Zusage geprüft werden.

Vom Wunsch zur prüfbaren Aufgabe

Zu unbestimmt

„Wir brauchen einen modernen Kundenbereich.“ Unklar bleiben Nutzer, Aufgaben, Daten und Aufwand.

Besser besprechbar

„Bestandskunden sollen nach Anmeldung ihre freigegebenen Dokumente herunterladen können. Uploads und Zahlungen sind zum Start nicht vorgesehen. Ob unser vorhandenes System das unterstützt, ist offen.“

04 · Vorbereitung

Was ist vorhanden – und wer liefert den Rest?

Eine Liste vorhandener Texte, Bilder, Logos und Projektbeispiele genügt für das erste Gespräch. Markiere, ob das Material aktuell, verwendbar und zur Veröffentlichung freigegeben ist. Fehlt es, wird die Erstellung Teil der Planung. Du musst deshalb nicht schon vor der Anfrage sämtliche Texte fertig schreiben.

Sammle außerdem bestehende Domain, Hosting, System und zuständige Kontoinhaber. Passwörter gehören nicht in ein frei versendetes Briefing. Notiere zunächst, wer den Zugang bereitstellen kann; die sichere Übergabe wird separat geregelt. Bei einem Relaunch sind vorhandene Seiten und wichtige Kontaktwege genauso relevant wie das neue Design.

Benenn dein verfügbares Budget als Rahmen und einen Termin mit Begründung. Unterscheide einen festen Anlass von einem Wunschtermin. Wenn beides noch offen ist, sag das ausdrücklich. Ein Anbieter kann dann mögliche Umfänge erklären; ein verbindlicher Preis setzt trotzdem geklärte Leistungen voraus.

05 · Qualität

Zeige, was dir gefällt – und erkläre den Grund.

Zwei oder drei Referenzseiten können die gestalterische Richtung verdeutlichen. Beschreibe konkret, ob dir die ruhige Typografie, die übersichtliche Leistungsdarstellung oder die mobile Navigation gefällt. Eine fremde Website wird dadurch nicht zur Vorlage, die unverändert kopiert werden soll; ihre Inhalte und Gestaltung müssen zum eigenen Angebot passen.

Sag auch, was du vermeiden möchtest: große Animationen, schwer pflegbare Inhalte oder eine dunkle Oberfläche können je nach Zielgruppe unpassend sein. Eine Anforderung wie „auf dem Handy Leistungen lesen und direkt Kontakt aufnehmen können“ hilft stärker als „premium aussehen“. W3C nennt unter anderem klare Navigation, erkennbare interaktive Elemente und ausreichende Kontraste als Gestaltungsgrundlagen.

Für Auffindbarkeit notierst du die Leistungen und Fragen, nach denen deine Kunden tatsächlich suchen. Technische SEO-Grundlagen können Bestandteil der Umsetzung sein; sie garantieren weder Indexierung noch eine bestimmte Google-Position. Der Google-Startleitfaden betont hilfreiche Inhalte und verständliche Struktur. Im Briefing reicht zunächst die Frage, welche Angebote auffindbar sein sollen und ob wichtige bestehende Seiten erhalten werden müssen.

06 · Beispiel

So kann eine brauchbare Gesprächsgrundlage aussehen.

Das folgende Beispiel ist hypothetisch und beschreibt keinen Deichklar-Kunden: Ein kleiner Handwerksbetrieb möchte seine bestehende Website erneuern. Statt sofort Unterseiten und Technik festzulegen, hält er Ziel, Startumfang und offene Fragen fest.

Ziel: Private Auftraggeber aus dem eigenen Einsatzgebiet sollen die angebotenen Arbeiten verstehen und passende Projekte anfragen können. Zum Start: Leistungen, freigegebene Projektbilder, verantwortliche Person und Kontaktweg. Später: weitere Projektgalerien. Nicht vorgesehen: Shop, Kundenkonto oder automatische Preisberechnung.

Vorhanden: Logo, einige eigene Fotos und Domainzugang über den bisherigen Betreuer. Offen: Bildfreigaben, Textüberarbeitung und sichere Zustellung des Formulars. Eine Person sammelt Feedback und entscheidet; andere Beteiligte geben fachliche Hinweise. Budgetrahmen und gewünschter Start werden im Gespräch benannt und gegen den Umfang geprüft.

Daraus lassen sich gezielte Rückfragen stellen: Welche Leistungen werden getrennt erklärt? Welche Bilder sind verwendbar? Wer betreut Inhalte nach dem Start? Was muss übernommen werden? Ein fertiger Seitenplan ist noch nicht nötig, aber die wichtigen Entscheidungen sind sichtbar.

07 · Zusammenarbeit

Nach dem Gespräch sollte der Auftrag klarer sein als vorher.

Bring dein Briefing als Stichpunkte oder kurzes Dokument mit. Lass bewusst Platz für Rückfragen. Das Erstgespräch sollte klären, welche Annahmen geprüft werden müssen, welche Leistungen zum Start gehören und wer welche Entscheidungen oder Materialien liefert.

Für die spätere Abstimmung brauchst du eine verantwortliche Person und gebündelte Rückmeldungen. Vereinbare außerdem, welche Änderungen über eine Feedbackrunde hinausgehen und wann der Umfang erneut bewertet wird. Ein zusätzlicher Shop ist beispielsweise eine neue Anforderung; eine Korrektur eines nicht funktionierenden vereinbarten Kontaktwegs hat einen anderen Hintergrund.

Prüfe das Angebot anschließend gegen dein Briefing: Sind Leistungen und Ausschlüsse, Mitwirkung, Termine, laufende Kosten, Übergabe und Prüfungen verständlich beschrieben? Offen gebliebene Punkte sollten nicht stillschweigend als erledigt gelten. Bei Deichklar kann das kostenlose Erstgespräch dafür genutzt werden, den passenden nächsten Schritt zu klären; ein fertiges technisches Lastenheft ist dafür nicht Voraussetzung.

Prüfliste

  • Unternehmen und Angebot kurz beschreiben
  • Hauptziel, Zielgruppe und gewünschte Handlung nennen
  • Startumfang, spätere Wünsche und offene Fragen trennen
  • Vorhandene Inhalte, Systeme und Ansprechpartner sammeln
  • Budgetrahmen und Termin mit Verbindlichkeit einordnen
  • Entscheidungsverantwortung und Feedbackweg festlegen
  • Pflege, Hosting, Übergabe und laufende Kosten ansprechen
  • Angebot vor Beauftragung mit diesen Punkten abgleichen

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Steve Brzezinski

Autor & redaktionelle Prüfung

Steve Brzezinski

Redaktionell verantwortlich für Deichklar · KI-gestützt erstellt und geprüft, ohne persönliche Prüfung dieses Beitrags durch Steve

Der Beitrag wird vor der Veröffentlichung auf fachliche Nachvollziehbarkeit, klare Grenzen und Übereinstimmung mit dem tatsächlichen Deichklar-Angebot geprüft.

Dein Ausgangspunkt

Ein paar klare Stichpunkte reichen für das erste Gespräch.

Beschreibe kurz dein Angebot, die gewünschte Veränderung und die noch offenen Fragen. Im kostenlosen Erstgespräch ordnen wir gemeinsam den nächsten sinnvollen Schritt ein.

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